Pride Wanderung

16. Juli 2024 / Sport
Pride Wanderung

Zur ColognePride Wanderung fanden sich über 50 Personen am Bahnhof in Herchen im idyllischen Siegtal ein. So zogen wir in einer langen Karawane zunächst die Sieg entlang und erfreuten uns an satten Wiesen und strahlendem Sonnenschein. Wir erreichten den Wald und die erste Steigung und es zeigte sich, dass festes Schuhwerk die richtige Entscheidung war: Überall plätscherten kleine Bäche und verwandelten die Wege in Schlammlöcher. Die Vegetation hatte sich in den letzten Tagen prächtig entwickelt, vor allem Brennnesseln und Brombeeren wucherten am Wegesrand. Die Reiseleitung wird beim nächsten Mal eine Heckenschere einpacken.

Dies jedoch schmälerte die Ausgelassenheit der Gruppe in keiner Weise, wurde sie doch zusätzlich mit einem Müsliriegel für eventuelle Verletzungen an den Beinen belohnt.

Bei einer längeren Rast tauschten wir Nahrungsmittel und aufmunternde Worte, die Reiseleitung suchte nach Entschuldigungen. Gestärkt ging es weiter, von nun an  bergab. Aus dem Weg wurde ein schmaler Pfad, gesäumt von frisch gepflanzten Birken und weiteren Brombeerhecken. Das Zeug wächst wie die Pest. Endlich erreichten wir den sagenumwobenen Heilbrunnen von Ohmbach, eine Quelle im Wald, der heilende Kräfte zugesprochen werden.

Der Sage nach kam einst das Burgfräulein Mathilde an dieser Quelle vorbei und machte Rast auf ihrem Weg ins Kloster Herchen. Sie war erblindet, nachdem ihr Vater – ein grausamer Tyrann – einen armen Köhler (Köhler nicht Kölner) wegen Wilderei hatte blenden lassen. Die Mutter war vor Gram gestorben, der fiese Vater in einer Schlacht gefallen. Damals ging man dann als junge Frau ins Kloster.

Als Mathilde ihre Augen mit dem Wasser aus der Quelle benetzte, konnte sie wieder sehen. Der Köhler nicht. Die Äbtissin des Klosters ließ die Quelle daraufhin einfassen und es sollen noch weitere ähnliche Wunder seitdem geschehen sein, wie ein verziertes Holzkreuz vor Ort bezeugt.

So inspiriert, feuchteten einige aus der Gruppe ihre schmerzenden Schenkel oder ihre kahlen Stellen auf dem Kopf an. Ein paar mutigere tranken das Wasser sogar in der Hoffnung auf dessen heilende Wirkung. Die Reiseleitung war froh, dass alle den Haftungsausschluss akzeptiert hatten.

Von der Quelle aus ging es durch den Wald  zurück in den Ort Herchen. Am Ortseingang ein erster Abschied, da einige zum Bahnhof strebten. Der Rest marschierte weiter bis zur Gaststätte, um sich bei Bier und Flammkuchen über die Erlebnisse des Tages auszutauschen. Anschließend ging es gruppenweise zum Zug, um das Leben in der lärmenden Großstadt wieder aufzunehmen.

Danke an alle Teilnehmenden! Happy Pride.